Na endlich! Sieben Spiele in Serie hatte Jahns NBBL mindestens 80 Punkte kassiert und damit den unrühmlichen Ruf defensiver Ölgötzen erlangt. Die schlimmste aller Psycho-Sanktionen war der Name der teaminternen Whatsapp-Gruppe, die zuletzt einfach nur noch "99" hieß - benannt nach der höchsten Punktzahl, die man in dieser Saison zuließ. Zahlreiche Maßnahmen wurden ergriffen, um dem Fluch ein Ende zu setzen: Videositzungen, dänische Wochen, taktische Anpassungen, Zuckerbrot und Peitsche und so weiter und so fort. Es half nichts. Mehrfach war man zumindest sehr nah dran und scheiterte an einem späten Einbruch: In Würzburg kassierte man beim Stand von 63:78 einen Buzzerbeater, gegen DJK München ließ man 69 Punkte in 37 Minuten zu, gegen die MBA 65 Punkte in knapp 35 Minuten.
Im Duell um die Tabellenführung gelang nun der dänische Durchbruch. Die personell geschwächten Gäste aus Chemnitz sahen sich einer Hintermannschaft gegenüber, die wenig wackelte und U19-typische Dribbelorgien nicht mit Gratisbesuchen in der Zone belohnte. Mit 24:19 gewannen die Münchener das erste Viertel und sahen dabei relativ stabil aus. Nur zwei Freiwürfe musste man hinnehmen, ein gutes Zeichen dafür, wie selten die Gäste die zwuckeligen Burgmauern überwinden durften. Im zweiten Viertel konnte man den Vorsprung auf zwischenzeitig 13 Punkte erhöhen, fiel dann aber zurück in alte Muster und ließ binnen fünf Minuten neun Freiwürfe zu, die Chemnitz allesamt traf. Beim Stand von 44:36 wurden die Seiten getauscht.
Nach der Kabinenansprache liefen beide Mannschaften zu defensiver Höchstform auf, foulten kaum und ließen wenige gute Würfe zu. Die geometrisch versierten Coaches riefen "Dreiecke" (Chemnitz) bzw. "Gulli" (Jahn) durch die Halle, was offenbar auf dem Feld verstanden wurde. Jahn behielt die Spielkontrolle, auch weil man vorne gut auf den Ball aufpasste (nur neun Ballverluste im gesamten Spiel), konnte sich mangels Wurfglück aber lange Zeit nicht absetzen. Das änderte sich mit einer 11:0-Lawine zum Ende des dritten Viertels (62:46), die das Spiel vorentschied. Im letzten Abschnitt zeigten beide Mannschaften noch einmal ihre offensiven Qualitäten, der Vorsprung blieb dabei immer zweistellig. Jahn gewann auch diese 10 Minuten und fuhr am Ende einen souveränen 86:67-Erfolg ein. Prompt wurde die Whatsapp-Gruppe umbenannt in "NBBL 2026".
Das kommende Wochenende wird geprägt durch den Doppelspieltag (Freitag und Sonntag) in der Regionalliga, während die NBBL pausiert. Für die U19 geht es am Ende der Faschingsferien weiter: Das nächste Spiel findet am 22.02. in Leipzig statt.