Zu Beginn der NBBL-Abstiegsrunde empfing der ungeschlagene Tabellenführer (Jahn München) den Tabellenletzten der Ost-Gruppe, die Mitteldeutsche Basketball-Akademie (MBA), die obendrein noch eine fünfstündige Autofahrt in den Knochen hatte. Was sich wie eine klare Angelegenheit liest, war ein sehenswertes und umkämpftes Spiel, das über weite Strecken auf Augenhöhe geführt wurde. Und das ist gut so, heißt es doch, dass Jahns U19 noch sieben hochklassige und lernintensive Spiele erwarten darf.
Die Gäste aus Sachsen-Anhalt brauchten nicht lange, um Fahrt aufzunehmen. Gleich im ersten Angriff zog MBA-Topscorer Mika Siegert ein Foul und traf die anschließenden zwei Freiwürfe. 20 Punkte hatte der ehemalige U16-Nationalspieler bereits bis zur Halbzeit gesammelt, 29 sollten es am Ende sein. Auch offensiv waren die Jahnler gefordert, wechselnde Verteidigungen stellten die Gastgeber vor wechselnde Aufgaben. Mal gegen Manndeckung spielen, mal gegen Zone, immer wieder gegen das Doppeln des Ballbesitzers. Jahn hatte zu kämpfen, verlor pro Viertel fünfmal den Ball und suchte gerade in der Anfangsphase noch nach Lösungen. Mit 20:17 ging es in die erste Viertelpause. Auch danach ging nicht viel, beim Stand von 24:29 sah sich Trainer Timo Heinrichs zu einer Auszeit gezwungen. Von hier an lief es erheblich besser, die Zwuckels fanden offensiv ihren Groove und gewannen die verbleibenden fünfeinhalb Minuten bis zur Halbzeit mit 15 Punkten. 46:36 hieß es beim Seitenwechsel.
Der Vorsprung zur Halbzeit war ein ausreichend dickes Polster: Die MBA kam in der überwiegend ausgeglichenen zweiten Halbzeit nie näher als auf sechs Zähler heran. 67:55 stand es nach dem dritten Viertel, 92:72 zwei Minuten vor Spielende. Der Sieger stand fest, die Partie bot gegen sich nicht aufgebende Gäste aber noch das interessante Ziel, endlich einmal wieder weniger als 80 Punkte zu kassieren, um seine dänischen Ansprüche zu untermauern. Doch wie schon im vorherigen Spiel gegen DJK München versagten die defensive Bemühungen in den Schlussminuten völlig. 14 MBA-Punkte innerhalb von 120 Sekunden begruben alle Hoffnungen, mit 98:86 hatte man sich insgesamt trotzdem gut geschlagen. Vor allem die bärenstarke Reboundarbeit (62 zu 39) und das mannschaftsorientierte Angriffsspiel (27 Assists) prägten, wieder einmal, das hübsche Bild einer Mannschaft, die wirklich eine Mannschaft ist.
Mit dem Klassenerhalt in der Tasche geht es kommendes Wochenende auf eine Auswärtstournee. Am Samstag spielt die NBBL in Gotha, noch am selben Abend fährt man weiter nach Dresden. Zur ungewohnten Zeit um 10 Uhr morgens geht's dort ins nächste Spiel und anschließend zurück nach München.