Vom richtigen Leben im falschen

JBBL bleibt optimistisch

Ein Lockdown fühlt sich für einen Basketballer ziemlich falsch an. Dass man nicht mehr feiern gehen darf, ist erträglich, das braucht man eh nicht während in der Saison. Restaurants zu, meinetwegen, bei Mama schmeckt‘s auch und der Dönerladen hat ja weiterhin offen zum Mitnehmen. Aber Basketballverbot? Wie kann man auf die absurde Idee kommen, das wichtigste auf der Welt zu verbieten?

Zum zweiten Mal in diesem Jahr ist Jahns JBBL, wie viele andere Teams auch, mit dem gefühlt falschen und in der Sache wohl sinnvollen Umstand des Lockdowns konfrontiert. Zum zweiten Mal wird man aus dem Moment der Euphorie herausgerissen. Im März war man bereit für und heiß auf die Playoffs, nun war man nach vier Siegen zum Saisonauftakt bereit für die Hauptrunde und hatte endlich nach zähem Kampf gegen sich selbst sein Teamplay zurückerobert.

Doch wenn Adorno sagt - soweit dem Autor dieser Zeilen bekannt ist, gibt es von ihm nur diesen einen Ausspruch - wenn also Adorno sagt, dass es kein richtiges Leben im falschen (Umfeld) gibt, müssen wir entschieden widersprechen. Gerade im falschen Leben, will sagen: im Leben ohne Basketball, gibt es das richtige Leben als Basketballer. Mit allen Herausforderungen, die eben zum richtigen Leben dazugehören. Jetzt zeigt sich der wirkliche Zusammenhalt, jetzt zeigen sich Freundschaften, jetzt zeigt sich, wer es wirklich ernst meint mit dem Sport. Mehr denn je ist nun love for da game gefragt; für Ballhandling in der Novembernässe und Seilspringen mit Mütze und Handschuhen. Jetzt gilt es, sich als Team zusammenzufinden und nicht im nachhaltigen Individualismus oder kollektivem Gejammer zu verlieren. Die Zoom-Account sind eingerichtet, das Planungstriumvirat Jannis, Alan und Kyle trifft sich nun allsonntäglich zur Vorbesprechung mit dem Headcoach.

Jahns JBBL hat die erste Probe im Sommer mit Bestnote bestanden und kam fit, individuell verbessert und als Team gestärkt zurück. Man kann sogar sagen: Der Lockdown war sportlich betrachtet ein Gewinn. Nun kommt die zweite Runde und es werden wieder Optimismus, Eigeninitiative und Durchhaltevermögen gefordert sein und man wird sich neue Ziele setzen und sich gegenseitig motivieren und stützen. In einer idealen Welt zu leben, wäre doch irgendwie auch langweilig.

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